Merken An meinem Küchentisch saß ich an einem drückend heißen Juliabend und scrollte durch alte Fotos, als mir plötzlich der Hunger überkam. Keine Lust auf Herd, keine Geduld für langes Brutzeln. Ich erinnerte mich an eine Schüssel Nudeln, die ich Jahre zuvor in einem winzigen Straßenimbiss in Berlin gegessen hatte: kalt, würzig, irgendwie elektrisierend. Ich stand auf, kochte Nudeln, mixte zusammen, was im Kühlschrank war, und innerhalb von Minuten saß ich wieder am Tisch mit dieser leuchtend aromatischen Schüssel. Seitdem ist dieser Salat mein Notfallplan für alle Tage, an denen ich schnell etwas Echtes essen will.
Ich habe diesen Salat zum ersten Mal für Freunde gemacht, die spontan vorbeikamen. Keiner erwartete viel, ich selbst auch nicht. Aber als die Schüssel auf dem Tisch stand und alle still wurden beim Essen, wusste ich: Das hier bleibt. Einer fragte nach dem Rezept, bevor er überhaupt aufgegessen hatte. Seitdem bringe ich ihn zu Grillabenden mit, und er verschwindet immer als Erstes.
Ingredients
- Weizennudeln oder Soba-Nudeln: Sie sind die Basis und tragen das Dressing perfekt, Soba bringt einen leicht nussigen Geschmack mit, den ich sehr mag.
- Geröstetes Sesamöl: Hier liegt die Seele des Gerichts, kauf bitte kein raffiniertes Öl, nur das dunkle, geröstete entfaltet diesen tiefen Geschmack.
- Sojasauce: Sie gibt Salzigkeit und Umami, ich nehme gerne eine japanische Variante, die ist etwas milder und runder.
- Reisessig: Bringt eine sanfte Säure, die alles zusammenhält, ohne aufdringlich zu sein.
- Chiliöl: Hier kannst du selbst bestimmen, wie mutig du bist, ich taste mich langsam ran und gebe lieber später nach.
- Erdnussbutter: Optional, aber sie macht das Dressing cremig und verbindet alle Aromen sanft miteinander.
- Zucker oder Honig: Ein kleiner Hauch Süße gleicht die Schärfe aus und rundet den Geschmack ab.
- Knoblauch und Ingwer: Frisch gerieben bringen sie Lebendigkeit und Tiefe, die getrocknete Variante kann hier nicht mithalten.
- Gurke: Julienne geschnitten sorgt sie für Knackigkeit und kühlt das Ganze angenehm ab.
- Frühlingszwiebeln: Ihr mildes Zwiebelaroma fügt sich perfekt ein, ohne zu dominieren.
- Geröstete Sesamsamen: Sie geben Textur und verstärken das nussige Thema, das durch das ganze Gericht zieht.
- Koriander: Frisch und ein bisschen wild, er hebt alles auf eine andere Ebene, auch wenn manche ihn nicht mögen.
- Geröstete Erdnüsse: Optional, aber der Crunch ist unwiderstehlich und macht jede Gabel interessanter.
Instructions
- Nudeln kochen und abkühlen:
- Koche die Nudeln nach Packungsanweisung, gieße sie ab und spüle sie unter kaltem Wasser, bis sie wirklich kühl sind. Das stoppt den Garprozess und verhindert, dass sie matschig werden.
- Dressing anrühren:
- In einer großen Schüssel Sesamöl, Sojasauce, Reisessig, Chiliöl, Erdnussbutter, Zucker, Knoblauch und Ingwer kräftig verquirlen, bis alles glatt und harmonisch ist. Du solltest schon beim Rühren den Duft wahrnehmen können.
- Nudeln mit Dressing vermengen:
- Gib die abgekühlten Nudeln in die Schüssel und wende sie gründlich im Dressing. Jede Nudel soll glänzen.
- Gemüse und Toppings hinzufügen:
- Gurke, Frühlingszwiebeln und die Hälfte von Sesam, Koriander und Erdnüssen unterheben. Vorsichtig mischen, damit nichts zerfällt.
- Anrichten und servieren:
- Auf eine Platte oder in Schüsseln verteilen, den Rest der Toppings darüber streuen. Sofort servieren oder kalt genießen, beides funktioniert wunderbar.
Merken Einmal habe ich diesen Salat an einem Sommerpicknick mitgebracht, in einer großen Plastikschüssel mit Deckel. Als ich ihn öffnete, wehte der Duft von Sesam und Chili durch die Gruppe, und plötzlich standen alle um mich herum. Wir aßen direkt aus der Schüssel, mit Gabeln, Fingern, Lachen. Es war einer dieser Momente, in denen Essen nicht nur satt macht, sondern verbindet.
Wie du die Schärfe anpassen kannst
Chiliöl ist herrlich, aber auch unberechenbar. Ich fange immer mit der halben Menge an und probiere, bevor ich mehr hinzufüge. Du kannst auch frische Chilischoten fein hacken und untermischen, das gibt eine andere, frischere Schärfe. Wenn du es ganz mild magst, lass das Chiliöl einfach weg und setz auf den Sesam und Ingwer als Hauptakteure. Schärfe ist persönlich, und dieses Rezept verzeiht dir jede Anpassung.
Was du stattdessen nehmen kannst
Keine Soba-Nudeln da? Reisnudeln, Udon oder sogar Spaghetti funktionieren genauso gut. Wenn du keinen Koriander magst oder verträgst, nimm glatte Petersilie oder Thai-Basilikum, beides passt. Erdnussallergie? Cashewbutter oder Tahini machen das Dressing genauso cremig. Ich habe auch schon geröstete Mandeln statt Erdnüsse genommen, und niemand hat sich beschwert. Dieses Rezept ist erstaunlich flexibel.
So bleibt der Salat frisch
Du kannst ihn gut einen Tag im Voraus machen, aber halte das Dressing und die Toppings getrennt, bis du servierst. Die Nudeln saugen das Dressing mit der Zeit auf, also gib vor dem Servieren vielleicht noch einen Schuss Sesamöl oder Sojasauce dazu. Bewahre ihn abgedeckt im Kühlschrank auf, und wenn du ihn rausholst, lass ihn kurz stehen, damit er nicht eiskalt ist.
- Füge frische Kräuter erst kurz vor dem Servieren hinzu, damit sie nicht welk werden.
- Wenn du Protein hinzufügst, pack es separat und mische es erst am Ende unter.
- Ein Spritzer Limettensaft vor dem Servieren bringt alles wieder zum Leuchten.
Merken Dieser Salat ist einer meiner treuesten Begleiter geworden, egal ob ich allein esse oder Gäste habe. Er erinnert mich daran, dass gutes Essen nicht kompliziert sein muss, nur ehrlich.