Merken An meinem ersten kalten Novemberabend in der neuen Wohnung stand ich ratlos vor einem Netz Rosenkohl, den mir die Nachbarin geschenkt hatte. Ich wollte keine klassische Butter-Variante, sondern etwas Cremiges, das wärmt. Also experimentierte ich mit Frischkäse und Senf, und das Ergebnis war so gut, dass ich seitdem jedes Jahr darauf warte, dass die Rosenkohlsaison beginnt. Die Küche roch nach Knoblauch und Zitrone, und draußen fiel der erste Schnee.
Ich erinnere mich an den Abend, als mein Bruder zum Essen kam und skeptisch die Nase rümpfte. Er hasste Rosenkohl seit Kindertagen. Doch nach dem ersten Bissen schwieg er, nickte langsam und aß zwei Portionen. Seitdem fragt er bei jedem Besuch, ob ich das wieder mache.
Zutaten
- 600 g Rosenkohl, geputzt und geschnitten: Achte darauf, dass die äußeren welken Blätter entfernt sind, sonst wird es bitter.
- 1 kleine Zwiebel, fein gehackt: Die Süße der Zwiebel mildert die Senf-Schärfe perfekt ab.
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt: Nie länger als eine Minute anbraten, sonst wird er bitter und die ganze Sauce leidet.
- Frische gehackte Petersilie zum Garnieren: Das frische Grün bringt Farbe und einen Hauch Frische in die cremige Sauce.
- 150 g Frischkäse: Vollfett funktioniert am besten, fettreduzierte Varianten werden manchmal klumpig.
- 2 EL Dijon-Senf: Der gibt die nötige Würze und Tiefe, normaler Senf ist zu mild.
- 150 ml Gemüsebrühe: Damit wird die Sauce geschmeidig, ohne die Intensität zu verwässern.
- 2 EL Butter: Die Basis für den Geschmack, hier nicht sparen.
- 1 TL Zitronensaft: Ein Spritzer hebt alles, gibt Frische und gleicht die Cremigkeit aus.
- Salz und Pfeffer nach Geschmack: Immer erst am Ende abschmecken, die Brühe bringt schon Salz mit.
Zubereitung
- Rosenkohl vorbereiten:
- Bring einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen und gib den geputzten Rosenkohl hinein. Koche ihn 5 bis 7 Minuten, bis er gerade eben weich ist, aber noch Biss hat, dann abgießen und beiseitestellen.
- Zwiebel anschwitzen:
- Schmelze die Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze und brate die gehackte Zwiebel 3 bis 4 Minuten glasig. Der Duft, der jetzt aufsteigt, ist der Beginn von allem Guten.
- Knoblauch hinzufügen:
- Gib den Knoblauch dazu und brate ihn nur eine Minute, bis es herrlich duftet. Länger nicht, sonst wird er dunkel und bitter.
- Sauce anrühren:
- Reduziere die Hitze auf niedrig, rühre Frischkäse und Dijon-Senf ein und verrühre alles, bis es glatt und gleichmäßig ist. Es sieht erst dickflüssig aus, aber gleich wird es perfekt.
- Brühe einarbeiten:
- Gieße nach und nach die Gemüsebrühe ein und rühre ständig, bis die Sauce samtig und homogen wird. Diese Phase ist entscheidend für die Konsistenz.
- Würzen:
- Schmecke mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft ab. Der Zitronensaft bringt alles zum Leuchten, also nicht weglassen.
- Rosenkohl einrühren:
- Gib den vorgekochten Rosenkohl in die Pfanne und schwenke alles vorsichtig, bis jedes Röschen von Sauce umhüllt ist. Lass es noch 2 bis 3 Minuten warm werden.
- Anrichten:
- Fülle alles in eine Schüssel und streue frische Petersilie darüber. Serviere es heiß und genieße die Blicke am Tisch.
Merken
Merken Einmal habe ich das Gericht für ein Potluck mitgebracht, und eine Kollegin, die immer behauptete, Rosenkohl sei das Schlimmste der Welt, stand plötzlich neben mir und fragte leise nach dem Rezept. Seitdem schickt sie mir jedes Jahr im Herbst eine Nachricht mit einem Rosenkohl-Emoji.
Serviervorschläge
Ich serviere den Rosenkohl am liebsten zu gebratenem Hähnchen oder einem saftigen Schweinebraten. Aber er funktioniert auch wunderbar als vegetarisches Hauptgericht mit frischem Baguette oder über Pasta. Einmal habe ich ihn mit gerösteten Walnüssen und Cranberries getoppt, das war eine Offenbarung. Die Sauce klebt herrlich am Brot und macht jede Mahlzeit rund.
Aufbewahrung und Resteverwertung
Reste halten sich gut drei Tage im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter. Beim Aufwärmen gebe ich immer einen Schuss Brühe oder Milch dazu, damit die Sauce wieder cremig wird. Einmal habe ich die Reste als Füllung für eine Quiche verwendet, und das war genial. Die Sauce selbst eignet sich auch hervorragend als Dip für Gemüsesticks oder als Aufstrich auf einem getoasteten Sandwich.
Variationen und Anpassungen
Wenn du es schärfer magst, rühre eine Prise Cayennepfeffer in die Sauce. Ich habe auch schon geräucherten Paprika probiert, das gibt eine tolle rauchige Note. Für eine vegane Version kannst du veganen Frischkäse und pflanzliche Butter verwenden, dann wird es genauso cremig.
- Füge knusprig gebratenen Speck hinzu für eine herzhafte Note.
- Ersetze Dijon durch Vollkornsenf für mehr Textur.
- Streue geröstete Pinienkerne oder Mandelblättchen darüber für Crunch.
Merken
Merken Dieses Gericht hat mir gezeigt, dass manchmal die einfachsten Kombinationen die besten sind. Probier es aus, und vielleicht wird es auch bei dir zur Herbsttradition.
Fragen & Antworten zum Rezept
- → Wie lange müssen die Rosenkohlköpfe kochen?
Die Rosenkohlköpfe werden 5–7 Minuten in kochendem Salzwasser gegart, bis sie gerade zart sind, aber noch Biss behalten. Anschließend werden sie abgegossen und direkt in die Soße gegeben.
- → Kann ich die Soße auch mit anderen Senfsorten zubereiten?
Ja, neben Dijon-Senf eignet sich auch mittelscharfer Senf oder ein Schuss scharfer Senf für mehr Würze. Für eine mildere Variante können Sie Dijon mit etwas Süßsenf mischen.
- → Ist dieses Gericht zum Vorkochen geeignet?
Absolut. Der Rosenkohl in Senf-Creme lässt sich hervorragend vorbereiten und später erwärmen. Die Soße kann auch separat als Dip für Gemüsesticks oder als Brotaufstrich verwendet werden.
- → Wie kann ich das Gericht schärfer machen?
Für额外 Schärfe fügen Sie einen Prise Cayennepfeffer oder etwas Chilipulver zur Soße hinzu. Alternativ können Sie einen scharferen Senf verwenden oder frischen Chili fein würfeln und mit den Zwiebeln anbraten.
- → Welche Beilagen passen besonders gut dazu?
Dieser Rosenkohl in Senf-Creme passt ausgezeichnet zu gebratenem Hähnchen, Schweinerouladen oder Rinderbraten. Als vegetarisches Hauptgericht servieren Sie ihn am besten mit Salzkartoffeln oder einem frischen grünen Salat.
- → Kann ich Frischkäse durch andere Zutaten ersetzen?
Für eine leichtere Variante können Sie Frischkäse teilweise durch griechischen Joghurt ersetzen. Für eine vegan Variante nutzen Sie pflanzlichen Frischkäse oder eine Mischung aus Hefeflocken und pflanzlicher Sahne.